Das Material - Holz
Es war und ist das Holz, und zwar nicht das mit der Axt behauene oder mit der Kettensäge bearbeitete Holz, wobei die Bearbeitungsspuren sichtbar bleiben, sondern das geglättete, sorgsam in der Oberfläche bearbeitete Holz, was Edgars Objekte kennzeichnet.
Allerdings wird in der Form die Herkunft aus dem gewachsenen Baum nicht negiert, sondern bleibt im Gegenteil – wenn auch verfremdet – noch erkennbar.
Es sind die vielfältigen Aspekte, die im Lauf der Jahre das Wachstum eines Baumes, seines Stammes, des Geästs, der Rinde, der Wurzel oder der seltsamen Gebilde, die ein verletzter oder erkrakter Baum manchmal hervorbringt, die das Künstlerauge reizt.
Einiges davon läßt sich besonders gut an der Holzfigur beobachten, die Edgar als noch unbearbeiteten Stamm einer Eibe 1984 nach Deutschland mitgebracht hat.
Erst 2013 hat er ihn skulptural beabeitet, sozusagen nach 30 Jahren die Gestalt aus dem Stamm gelöst wie einst der antike Bildhauer Pygmalion die schöne Galatea aus einem Steinblock.
Die Gestalt ist alles andere als realitätsnah durchgegliedert oder durch Extremitäten ergänzt bzw. angestückt. Vielmehr blieb der Stamm erhalten, wenn auch an der Oberfläche bearbeitet. Der Künstler nutzt hier die Zweifarbigkeit der Eibe – im Kern dunkel-rötlich, das umgebene Splintholz hellfarben.
Der säulenförmige Corpus ist hell belassen, der Oberkörper im dunkelrotem Ton gehalten, aus dem fast naturalistisch die hellen Brüste hervortreten. Entgegen dieser relativ differenzierten Behandlung der Figur schließt der Kopf mit einer runden dicken Platte ab, die assoziativ sowohl an den Pillenschachtel-förmigen Hut einer Jacky Kennedy denken lässt, als auch an den Rest des Stammes, dem die Rinde belassen wurde.
Die Synthese von Naturbelassenheit und von der Hand bearbeitetes ist vielfach an Edgars Werken zu beobachten.
Skulpturen
Der Künstler bearbeitet die Oberfläche so, dass – wenn man sie berührt – sie zumeist eine fast Haut ähnliche, sinnliche Weichheit zu haben scheint. Die Formen wirken stets organisch und fordern geradezu dazu heraus, angefasst zu werden.
Nymphe 12_Birne 2012
Möbel
Bei seiner Arbeit geht Edgar auf jedes Holzstück als Individuum ein, so bindet er die Struktur der Jahresringe ebenso wie Astlöcher oder die Farbe des Holzers. Es schein ein intimer Dialog, den der Künstler mit dem Holzfragment führt und auf dessen Eigenheiten reagiert.
Holzlarven
